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2011-05-30

Homöopathie

(Try the automated translation to English powered by Google. 
But  don't get your hopes up too much.)

In letzer Zeit werde ich in meinem persönlichen Umfeld immer öfter mit dem Thema Homöopathie konfrontiert. Bis vor Kurzem hatte ich kaum eine wirkliche Vorstellung, was Homöopathie eigentlich ist; ich hatte wohl angenommen, dass es irgendwas "natürliches" oder pflanzliches ist und mir sonst nichts weiter dabei gedacht. Statt das Thema kritisch zu hinterfragen, habe ich es einfach hingenommen, wie es wohl die meisten machen, und mir scheint dass genau das der Grund dafür ist, warum Homöopathie überhaupt solchen Anklang findet. Es ist einfacher, Behauptungen einfach hinzunehmen, als sich mit ihnen kritisch auseinanderzusetzen.

Mittlerweile weiß ich mehr über das Thema. Und ich jetzt habe ich den Salat. Jetzt mache ich mir Sorgen um all meine Freunde und Familienmitglieder, die homöopathische Mittel nehmen. Ich bin zunächst besorgt um ihren Geldbeutel, denn die Mittel sind teuer aber enthalten keinerlei Wirkstoffe - es ist lediglich Wasser, das auf Milch- oder Zuckerkugeln geträufelt wurde. Aber ich bin auch besorgt um ihre Gesundheit, denn da die Mittel keine Wirkstoffe enthalten, können sie auch nichts heilen; eine echte Erkrankung könnte also einen sehr sehr schlimmen Verlauf nehmen, wenn man sie nur mit homöopathischen Mitteln "behandelt".

Um euch die Recherchearbeit zu sparen, gibt es nachfolgend eine kleine Einführung in die "Funktionsweise" von Homöopathie (und nein, ich habe mir davon absolut nichts selbst ausgedacht, die glauben das wirklich).

Die Homöopathie geht von zwei einfachen Grundsätzen aus.

      1. "Similia similibus curentur" - Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt. [1]

Auf den ersten Blick entbehrt dieser Grundsatz jeglicher logischen Grundlage. Aber gut, nehmen wir das mal so hin. Beispiele, die man so im Netz finden kann: Wenn ich Schlafprobleme habe, ist Koffein gefragt. Wenn ich Augenprobleme habe, brauche ich den Extrakt einer Pflanze, deren Blätter aussehen wie Augen. Da eine Vergiftung mit Tollkirschen oft geschwollene Mandeln hervorruft, hilft das Gift der Tollkirsche bei der Bekämpfung von geschwollenen Mandeln. Klingt unlogisch? Hat jemand bedenken, Gift zu sich zu nehmen? Keine Sorge! Homöopathische Mittel enthalten effektiv nichts mehr von diesem Gift, das wurde nämlich vorher extrem (wirklich extrem) verdünnt. Und das bringt uns zum zweiten Grundsatz.

      2. Verdünnung potenziert die Wirkung eines homöopathischen Mittels [1], weil sich Wasser die angebliche Heilkraft einer in ihm gelösten Substanz irgendwie merken kann.

Wenn man also z.B. einen Teil Tollkirschengift mit neun Teilen Wasser vermischt und gut durchschüttelt, enthält man angeblich ein 10 mal stärkeres "Heilmittel". Wiederholt man den Vorgang x mal, enthält man entsprechend potenzierte Mittel. Die Schreibweise für das x-malige Verdünnen im Verhältns 1:10 ist Dx. Ein Mittel der Kategorie D12 wurde also zwölf mal im Verhältnis 1:10 verdünnt, was wiederum bedeutet: D12 repräsentiert die Originalsubstanz im Verhältnis eins zu einer Billion. Ja, Billion. In der Wikipedia heißt es anschaulich: Das entspricht einem Tropfen Substanz auf der Menge Wasser von 25 olympischen Schwimmbecken [2]. "Mächtigere" Potenzierungen gehen noch weit über diesen Verdünnungsfaktor hinaus.

Nun mag man Homöopathie an dieser Stelle kritisieren wollen und fragen, wie denn Ähnliches bitte Ähnliches heilen soll, wenn im Wasser gar nichts mehr von dem heilenden Ähnlichen existent ist. Doch dass von der Originalsubstanz effektiv nichts mehr im Wasser vorhanden ist, bestreiten Homöopathen erst gar nicht. Schließlich könnten sie ihre Mittel auch gar nicht auf den Markt bringen, wenn diese Gift enthalten würden. Stattdessen erklären sie uns, dass das Wasser sich die heilende Wirkung des Giftes gemerkt hat. Wie genau, das wissen sie auch nicht. Gerne werden "Schwingungen" angeführt, oder irgendwelche quantenmechanischen Zusammenhänge, jedoch scheint die eigentliche Funktionsweise etwas zu sein, das die Wissenschaft nicht erklären kann. Ironischerweise ist das sehr bedauerlich, lechzen Homöopathen doch insgeheim nach wissenschaftlicher Anerkennung, um ihre Mittelchen besser verkaufen zu können.

Leider darf man generell bei den Homöopathen nicht so viel nachfragen, und insbesondere das Wörtchen Wissenschaft ist ein Reizwort. Da fahren dann die Abwehrschirme hoch, und die Wissenschaft selbst wird angegriffen, als wollte sie der Homöopathie aus purer Böswilligkeit an den Kragen. Dabei will die Wissenschaft doch eigentlich nur Wissen schaffen, während sich die Homöopathie mit dem Glauben an magische unerklärbare Kräfte zufriedengibt. Aus Sicht der Wissenschaft gibt es zwar keinen plausiblen Mechanismus, warum sich Wasser etwas merken können soll, und warum Ähnliches Ähnliches heilen sollte. Da die Wissenschaft aber offen für Neues ist, hat man trotzdem immer wieder untersucht, ob es denn einen statistischen Effekt homöopathischer Mittel gibt. Diejenigen Studien, die ordentlich aufgestellt und durchgeführt wurden konnten keinen statistischen Effekt feststellen. An dieser Stelle muss die Wissenschaft aufgeben: Wenn es keinen nachweisbaren, wiederholbaren, zweifelsfreien Effekt gibt, dann gibt es auch keinen Grund, nach einer Ursache zu forschen. Damit landet der Ball wieder bei dem Homöopathen, die dann naserümpfend feststellen: Die Wissenschaft weiß halt eben nicht alles. Das ist richtig. Um es mit den Worten des irischen Comedians Dara Ó Briain zu sagen: "Die Wissenschaft weiß, dass sie nicht alles weiß; sonst würde sie einfach aufhören. Aber das heißt noch lange nicht, dass ihr die Lücken einfach mit euren Lieblingsmärchen auffüllen könnt." [3]

Wir sollen die Märchen "Ähnliches heilt Ähnliches" und "Wasser kann sich Heilkraft merken" hinnehmen, und auf dieser Basis Entscheidungen über die Behandlung unserer Wehwehchen und auch unserer ernsten Krankheiten treffen. Wir sollen mit Wasser beträufelte Milch-/Zuckerkügelchen zu uns nehmen, oder gleich das Wasser selbst, um unserem Körper auf "natürlichem" Wege zu helfen.

Liebe Freunde und Familienangehörige: Bitte nutzt euer von der Natur gegebenes Gehirn. Mehr braucht man eigentlich nicht, um den eigenen Geldbeutel und das eigene Wohlergehen gegen die falschen Versprechen der Homöopathie zu schützen.



Quellen:

[1] http://www.dhu.de/globuli/seiten/hahnemann/grundprinzipien.php?vnav=032201
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Hom%C3%B6opathie#Potenzierung (mit Verweis auf SZ Wissen, Süddeutscher Verlag 05/2005, S.28)
[3] http://en.wikiquote.org/wiki/Dara_%C3%93_Briain



2011-05-24

schon wieder umgezogen

Auf Dauer macht Serveradministration einfach keinen Spaß. Daher ist dieses Blog schon wieder umgezogen, und hat nun auf den Servern von www.blogger.com (mindestens) ein neues Dach über dem Kopf.

Und womöglich gibt es demnächst auch mal den ein oder anderen Eintrag.